Géographie scolaire et didactique

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Schulgeographie und Geographiedidaktik hängen eng zusammen. Die Didaktik – im vorliegenden Fall diejenige der Geographie – als Forschungsdisziplin, die sich mit Fokus auf die Inhalte für Lehr- und Lernprozesse interessiert (Martinand, 2005), zielt hauptsächlich auf die vielfältigen Herausforderungen dieses Schulfaches ab und beschäftigt sich auch mit der Ausbildung der Lehrpersonen, den Lehrmitteln und den Curricula.

Die Lehrpläne (Lehrplan 21, Plan d’études romand, Piano di studio della scuola dell’obbligo ticinese, die für die obligatorische Schulzeit in der Schweiz gelten) weisen der Geographie anspruchsvolle Zielsetzungen zu. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich die nötigen intellektuellen Werkzeuge aneignen, um die Komplexität der Welt auf verschiedenen Ebenen (Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft, Ethik, …) zu begreifen, das kritische Denken zu schulen, eine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen und Modelle zu etablieren. Die Schulgeographie muss demnach zur Entwicklung des kritischen und komplexen Denkvermögens beitragen mit dem Ziel verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger auszubilden, die fähig sind, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, Lösungen zu finden für die grossen Probleme, die sich den Gesellschaften von heute und morgen stellen bzw. stellen werden (Hertig, 2015). Wie in der Referenzdisziplin geht es auch in der Schulgeographie um die Beziehungen der menschlichen Gesellschaften zum Raum und ihre Beziehungen zueinander quer durch den Raum (Raffestin & Turco, 1984/1995). In diesem Sinn trägt sie dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler ihren „geographischen Bezug zur Welt“ (Thémines, 2006) entwickeln, was grundlegend ist für ihr Verhältnis zum Wissen.

Die Ausbildung von Geographielehrpersonen – sowohl auf akademischer Ebene als auch im didaktischen Bereich, in der Grundausbildung wie auch auf weiterführender Stufe – ist darum eine zentrale Herausforderung, wenn die Schulgeographie tatsächlich dazu beitragen soll, dass die Schülerinnen und Schüler aller Stufen staatsbürgerliche, soziale und wissenschaftliche Kompetenzen erwerben, die den hohen Zielsetzungen entsprechen, die diesem Fach zugewiesen werden. Eine solide Ausbildung ist die Voraussetzung dafür, dass die Lehrpersonen in der Lage sind, didaktische Vorgehensweisen so zu konzipieren und umzusetzen, dass sie wirklich bereichernd sind für die Schülerinnen und Schüler. Das bedeutet in erster Linie, andere Lehrformen anzubieten als die beschwerlichen Auswendiglernübungen von starrem Wissen, auf die die Schulgeographie immer noch zu oft reduziert wird. Doch die Geographielehrpersonen müssen auch fähig sein, die Gefahr der starken Vereinfachung und den Einsatz ungeeigneter Werkzeuge zu vermeiden und die verschiedenen Lehrmittel und Unterrichtshilfen kritisch zu begutachten und brauchen nicht zuletzt die nötigen Kompetenzen für die Steuerung von Lernprozessen.

Tätigkeit

Dies sind kurz umrissen die wichtigsten Themen der Gruppe „Schulgeographie und Geographiedidaktik“. Sie widerspiegeln sich u. a. in Beiträgen einzelner Mitglieder der Gruppe oder des Verbands Geographiedidaktik Schweiz (VGD-CH), die regelmässig in der GeoAgenda erscheinen.

Philippe Hertig, 2018

Enseignant-e-s de géographie en formation pendant un exercice d’analyse de paysage (Lavaux, avril 2018)
Enseignant-e-s de géographie en formation pendant un exercice d’analyse de paysage (Lavaux, avril 2018)Image: Philippe Hertig

Leader : Philippe Hertig (ADG-CH) – philippe.hertig@hepl.ch/page personnelle