Feministische Geographie

kick off géographie féministe
kick off géographie féministeBild: ASG
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Der nationale Frauenstreik am 14. Juni 2019 in der Schweiz oder global zirkulierende Hashtags auf sozialen Medien wie #Aufschrei (seit 2013), #BlackLivesMatter (seit 2013) #MeToo (seit 2017) oder #MeTwo (seit 2018) haben in den letzten Jahren nicht nur tausende von Menschen durch und in digitalen Räumen mobilisiert, vernetzt und dadurch die Vielfältigkeit von Positionen und Stimmen sichtbarer gemacht. (Digitale) soziale Bewegungen sind auch ein Beispiel dafür, wie gelebte, körperliche Ungleichheits- und Diskriminierungserfahrungen in raumzeitliche Strukturen eingebettet sind und gleichzeitig neue und/oder alternative Räume der Begegnung, der Solidarität und des Widerstands hervorbringen können.

Der vergeschlechtlichte, rassifizierte, sexualisierte und klassifizierte Körper in der historischen Gegenwart bildet dabei oft den Ausgangspunkt feministisch-geographischer Arbeiten und wird zum zentralen Ort politischer Aushandlungsprozesse. Der Analyse von Macht aus marginalisierten und zum Schweigen gebrachten Positionen heraus, kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Neben den gesellschaftspolitischen Anliegen und Interventionen feministisch-geographischer Arbeiten stehen auch Fragen nach einer sensiblen und ethisch verantwortungsbewussten Forschungs- und Lehrpraxis im Zentrum. Denk- und Forschungsperspektiven, wie beispielsweise die der globalen Intimität hilft feministischen Geograph*innen Machtverhältnisse, die die Teilhabe am globalen Kapitalismus ermöglichen/verhindern, und die Art und Weise, wie diese Machtverhältnisse zu einer Politik der Unterschiede beitragen, überall und jederzeit zu entlarven.

Unsere Anliegen

Die Themengruppe Feministische Geographie wurde im Herbst 2018 gegründet. Das zentrale Anliegen der Themengruppe ist es feministische Geograph*innen aller akademischer Niveaus an Hochschulen und Forschungsinstitutionen in der Schweiz jenseits von Sprachbarrieren zusammenzubringen. Denn an fast allen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Schweiz gibt es Studierende, Lehrende und Forschende mit Interesse für feministische Geographien, die aber besonders über Sprach- und Instutionsgrenzen hinweg oft wenig miteinander vernetzt sind. Ziel der Themengruppe ist es eine Plattform zu schaffen für den Austausch von geschlechtsspezifischen, queeren, postkolonialen und antirassistischen Perspektiven in den Bereichen Forschung, Lehre und akademischer Alltag. Unter anderem geht es der Themengruppe darum feministische Perspektiven vor allem auch in der geographischen Lehre und in der geographischen Forschung sichtbarer zu machen.

Unsere ersten Aktivitäten

Auf dem 16. Swiss Geoscience Meeting in Bern, im November 2018 hat die Themengruppe die Session „Bodies, Space and Difference in the Global Intimate“ während dem humangeographischen Symposium organisiert und damit erstmals dezidiert Raum für feministisch-geographische Forschung auf einem Swiss Geoscience Meeting geschaffen.
Die GeoAgenda 2019/1 zum Thema „Feministische Geographie“ thematisiert unter anderem die Geschichte feministisch-geographischer Forschung und Lehre in der Schweiz und illustriert den Mehrwert feministisch-geographischer Perspektiven für die Erforschung von Arbeit und Migration in der Pflege und im Gesundheitswesen.
Auf dem 17. Swiss Geoscience Meeting in Fribourg im November 2019 organisiert die Themengruppe zwei Themensitzungen, eine zu Intersektionalität und eine zu intimen Körpertechnologien im Rahmen des Symposiums Nummer 21 „Human Geographies: Bodies, Cultures, Societies“.
Im Frühjahr 2020 ist ein Vernetzungstreffen für feministische Geograph*innen an Schweizer Institutionen geplant. Bleibt informiert!

Macht mit!

Seit Ende 2018 betreibt die Themengruppe die Mailingliste swissfeministgeographies@listes.unige.ch. Diese Mailingliste soll die Wissens- und Informationsverbreitung (z.B. Stellenangebote, Konferenzen, Literatur, Websites, Stipendien) erleichtern, Forschungskooperationsanfragen für feministisch-geographische Forschungsprojekte ermöglichen, feministische Geograph*innen für Gastvorträge anzufragen, Syllabi und Lehrmittle für den feministischen Geographieunterricht in der Schweiz auszutauschen und feministisch-geographische Konferenzen oder Kolloquien zu organisieren. Um Nachrichten dieser Liste empfangen und selber schreiben zu können, bitten wir alle Interessierten sich per E-mail an karine.duplan@unige.ch oder elisabeth.militz@giub.unibe.ch zu registrieren.

March for reproductive justice, Bern, 2018.
March for reproductive justice, Bern, 2018.

Leaders : Elisabeth Militz (UNIBE) et Karine Duplan (UNIGE-UNINE) – elisabeth.militz@giub.unibe.ch/page personnelle et karine.Duplan@unige.ch/page personnelle